Friedensdekade Göttingen 2017

Donnerstag, 9. November, 18 Uhr, Platz der Synagoge

Gedenkstunde am Mahnmal: 'Tosendes Schweigen'.

Die Verfolgung Göttinger WissenschaftlerInnen im Nationalsozialismus
Gestaltung: Prof. Dr. Dirk Schumann und ein Studierendenteam



Montag, 13. November, 19.30 Uhr, Theol. Fakultät, R 135, Platz der Göttinger Sieben 2

Vom Streit und der Versöhnung unter den Konfessionen

Prof. Dr. Martin Laube
(in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinde /Mentorat Göttingen; Imbiss ab 19 Uhr)

„Die“ Reformation war keine einheitliche Bewegung, sondern zersplitterte sich in eine Vielzahl unterschiedlicher, zum Teil einander heftig bekämpfender Richtungen, Strömungen und schließlich auch Kirchen. Nicht selten überlagerten die innerevangelischen „Familienstreitigkeiten“ sogar die gemeinsame Abgrenzung gegenüber der römisch-katholischen Kirche. Prof. Laube wird in seinem Vortrag vor allem die konfessionellen Differenzen zwischen dem lutherischen und dem reformierten Flügel der Reformation in den Blick nehmen und danach fragen, wie es im 20. Jahrhundert gelungen ist, bei Wahrung und Anerkennung aller Unterschiede gleichwohl volle „Kirchengemeinschaft“ herzustellen.



Dienstag, 14. November, 19.30 Uhr, Reformierte Gemeinde, Untere Karspüle 11

Fluchtgründe aus Afghanistan und ihre Bekämpfung

Im Rahmen der diesjährigen Friedensdekade  in Göttingen wird der ehemalige Militärarzt der Bundeswehr, Dr. Reinhard Erös, überraschende Erkenntnisse vortragen und begründen. So hält er z.B. Abschiebungen von Flüchtlingen nach ordnungsgemäßer Prüfung und Entscheidung in Deutschland für durchaus gerechtfertigt. Der Freund und Kenner des kriegsgeschundenen Landes ist seit 35 Jahren in und für Afghanistan tätig und kennt das Land am Hindukusch fast besser als seine Heimat im Kreis Regensburg.

Die von ihm und seiner siebenköpfigen Familie gegründete und betriebene Stiftung "Kinderhilfe Afghanistan" unterstützt vor allem Kinder und Frauen und betreibt dort Schulen, Waisenhäuser, Gesundheitsstationen und andere Sozialprojekte, die den Menschen wirtschaftliche Perspektiven geben sollen. Drei der erwachsenen Kinder des Ehepaares Erös sind darüber hinaus in Deutschland in der Flüchtlingsarbeit tätig.

Die Friedensdekade lädt in Zusammenarbeit mit den Amnesty-Gruppen von Göttingen und Bovenden zu dem Abend ein. Der Eintritt ist frei. Spenden werden für die Stiftung "Kinderhilfe Afghanistan" erbeten.
(in Zusammenarbeit mit Amnesty International Göttingen)



Mittwoch, 15. November, 19.30 Uhr, Ev. Studierendengemeinde, Obere Karspüle 30

Gewaltfreie Kommunikation – eine Sprache, die dem Frieden dient

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) wurde von Dr. M. Rosenberg entwickelt mit der Absicht, Menschen darin zu unterstützen, mit ihrem ursprünglich mitfühlenden Wesen in sich selbst in Kontakt zu kommen. Seine Vision war eine friedliche Welt, die darauf basiert, dass Menschen auch in konflikthaften Situationen in mitfühlendem Kontakt mit sich selbst und mit Anderen bleiben können. In diesem Sinne ist die GfK weitaus mehr als ein leicht verständliches Handwerkszeug für gelingende Kommunikation.

Wie das funktioniert, erleben Sie in diesem Workshop anhand kurzer theoretischer Impulse mit praktischen Übungs- und Trainingselementen.

Bärbel Klein ist zert. Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC)
(in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinde)



Donnerstag, 16. November, 19.30 Uhr, Reformierte Gemeinde, Untere Karspüle 11

Globales Chaos, hilflose UNO - wie wird die Weltorganisation wieder handlungsfähig?

In Syrien und anderen aktuellen Gewaltkonflikten ist die UNO mit politischen Lösungsbemühungen gescheitert. Für die Versorgung von Flüchtlingen und den Kampf gegen den Hungertod erhält die UNO viel zu wenig Geld von den 193 Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus droht US-Präsident Trump der Weltorganisation mit drastischen Finanzkürzungen. Wie ließe sich die UNO reformieren und stärken für die Bewältigung der globalen Herausforderungen?

Vortrag und Gespräch mit Andreas Zumach. Der Journalist und Publizist Andreas Zumach ist spezialisiert auf die Gebiete des Völkerrechts, der Menschenrechtspolitik, der Sicherheitspolitik, der Rüstungskontrolle und internationaler Organisationen. Er arbeitet am europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf als Korrespondent für Printmedien.

 

 

Dienstag, 21. November, 19.30 Uhr, Pfarrsaal St. Michael, Eingang Kurze Straße

Von Angesicht zu Angesicht - Begegnungsarbeit mit Juden und Arabern bei Givat Haviva in Israel

Die Bildungseinrichtung Givat Haviva erwuchs aus den Idealen der Kibbbutzbewegung und den Gründungsidealen Israels. Allen Mitgliedern der Gesellschaft sollten Teilhabe und Zugangsmöglichkeiten erschlossen werden. In einem Lernprozess gelangte Givat Aviva von Sprachkursen für Arabisch zu Kennenlern- Seminaren und schließlich zu einem jüdisch-arabischen Zentrum für Frieden. In innovativer Pädagogik wurde u. a. das Programm „Von Angesicht zu Angesicht“  für Schüler entwickelt, das Programm “Kinder lehren Kinder“ (ausgezeichnet mit dem UNESCO- Friedenspreis) und schließlich das Projekt „Shared Communities“, das jüdisch-arabische Gemeindepartnerschaften begleitet.

Der Referent Torsten Reibold (Givat Haviva Representative Europe) wird von der Friedensarbeit der Bildungseinrichtung berichten und ist offen für die Diskussion aktueller Fragen.

(in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen)

 


Mittwoch, 22. November, 18 Uhr, St. Johannis Göttingen

Bittgottesdienst für den Frieden

Predigt: Christiane Scheller